Brainstorming für eine Tagung über den “Anti-Ödipus”

Ziel: gegen die vorherrschenden Rezeptionen des “Anti-Ödipus” eine revolutionäre Lektüre freilegen, durch präzise Lektüre des Texts und durch Lektüre des Kontextes des Buchs (z. B. Aktivismus von Guattari, Verhältnis zu 1968, politische Rezeption).

Themenvorschläge:

  • Die Rezeption der Pariser Manuskripte von Marx im Anti-Ödipus
  • Verhältnis zu konkreten revolutionären Praktiken
  • Gegensatz zwischen D/G und Foucault
  • Vergleichsskizze des “Anti-Ödipus mit Hocqenghem, Solanas, Preciado
  • Verbindungslinien mit dem deutschsprachigen antiautoritären Marxismus in der Tradition der Kritischen Theorie (insbes. der späte Marcuse, Krahl)

Verbindungslinien zwischen Krahl und dem “Anti-Ödipus”

Es ist alles andere als weit hergeholt, Krahl und Deleuze/Guattari zusammenbringen zu wollen. Elmar Kraushaar sagt: „Krahl war, wenn ich das so sagen darf, in gewisser Weise der deutsche Hocquenghem.“ Der Deleuze-Schüler Éric Alliez bezieht sich auf Krahl und hat die Verbindung zwischen Krahl und Deleuze in einem Seminar an der Uni Paris Saint-Denis diskutiert. Auch Antonio Negri zitiert Krahl und hat einiges mit ihm gemeinsam.

Ebenso gleichen sich die Kontexte beider Theorien: Beide versuchen eine genuin antiautoritäre und praktisch revolutionäre Theorie für die historisch aktuellen Bedingungen zu entwickeln, unter expliziter Kritik des traditionellen Marxismus wie auch des liberalen bzw. ödipalen Subjekts, und unter durchgehender Reflexion der emanzipatorischen Impulse der 68er-Bewegung.

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Antiautoritärer Marxismus und Poststrukturalismus

Ich glaube, dass es heute strategisch ganz entscheidend ist, dass die antiautoritär-marxistische Theorie den Poststrukturalismus auf eine kritisch-konstruktive Weise in Form und Inhalt aneignet, also auch das „poststrukturalistische Bedürfnis“ als ein Moment seines eigenen Bedürfnisses erkennt (und nicht in einer dumpfen Abwehrhaltung drauf einschlägt), ebenso auch das Radikale des Poststrukturalismus versteht und mitaufnimmt, und die poststrukturalistische Kritik an „traditioneller Theorie“ als seine eigene Kritik versteht.

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