Rezension des Krahl-Bands in der oxi

Peter Klein hat unseren Krahl-Sammelband für die Zeitung oxi (Ausgabe April 2023) rezensiert: “Hans-Jürgen Krahl war sowohl Theoretiker als auch ein Praktiker der Emanzipation, ein Sammelband würdigt ihn”.

Lustigerweise findet der Rezensent unseren Sammelband in vornehmer akademischer Distanz zu Proletariat, Partei und Gewerkschaft, – anders als Krahl, der sich hier ständig engagiert hätte.

Cover des Buches "Die Faschisierung des Subjekts"

Faschismus-Buch in zweiter Auflage erschienen

Soeben ist die zweite Auflage meines Buchs Die Faschisierung des Subjekts erschienen, für die ich das Buch gründlich durchgesehen und korrigiert habe.

Eine echte Neuerung gibt es auch: Ein vorangestelltes Zitat von Hans-Jürgen Krahl, in dem dieser im Jahr 1965 tatsächlich exakt das Projekt formuliert hat, das ich (ohne Kenntnis dieses Zitats) in meinem Buch angegangen habe: Eine Entstehungsgeschichte des Faschismus aus dem spätbürgerlichen Bewusstsein, für die auch Heidegger noch einmal diskutiert werden müsse, so Krahl.

Diese Projektskizze haben wir (mit Meike Gerber, Julian Volz) im Nachlass Krahls bei unseren Recherchen im Archiv des Hamburger Instituts für Sozialforschung gefunden (genau gesagt hat Meike dieses Dokument gefunden). An dieser Stelle nochmal vielen Dank an das Archiv für die freundliche Unterstützung!

Verbindungslinien zwischen Krahl und dem “Anti-Ödipus”

Es ist alles andere als weit hergeholt, Krahl und Deleuze/Guattari zusammenbringen zu wollen. Elmar Kraushaar sagt: „Krahl war, wenn ich das so sagen darf, in gewisser Weise der deutsche Hocquenghem.“ Der Deleuze-Schüler Éric Alliez bezieht sich auf Krahl und hat die Verbindung zwischen Krahl und Deleuze in einem Seminar an der Uni Paris Saint-Denis diskutiert. Auch Antonio Negri zitiert Krahl und hat einiges mit ihm gemeinsam.

Ebenso gleichen sich die Kontexte beider Theorien: Beide versuchen eine genuin antiautoritäre und praktisch revolutionäre Theorie für die historisch aktuellen Bedingungen zu entwickeln, unter expliziter Kritik des traditionellen Marxismus wie auch des liberalen bzw. ödipalen Subjekts, und unter durchgehender Reflexion der emanzipatorischen Impulse der 68er-Bewegung.

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