Gegen Individualpsychologie, für Kulturtheorie

Es scheint mir in der kritischen Theorie des bürgerlichen Subjekts recht durchweg eine Verkürzung der Betrachtung auf das Subjekt als Individuum zu geben, im Gegensatz zu der eigentlich nötigen Betrachtung des Subjekts innerhalb der bürgerlichen Kultur (als Teil dieser Kultur, als konstituiert durch diese Kultur und als diese Kultur konstituierend).

Mit der kritischen Theorie des bürgerlichen Subjekts meine ich etwa die Sozialpsychologie des Antisemitismus oder die Theorie der ideologischen Unterwerfung/Zustimmung zum Kapitalismus.

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Die rechten Mobilisierungen nach Chemnitz …

… diskutieren wir morgen (Mittwoch, 12.9.) um 19 Uhr in unserem Arbeitskreis zu Sozialpsychologie und Ideologiekritik. In dem geht es insgesamt gerade um eine Aktualisierung der klassischen Theorie des autoritären Charakters.

Bei Interesse kommt gern dazu.

Folgende Fragen sollen diskutiert werden:
a) Was ist der genaue (projektive) Gegenstand des rechten Hasses in Chemnitz, was will er erreichen, und wie begründet er sich in seinem eigenen Selbstverständnis?
b) Der Schulterschluss bzw. die Bündelung verschiedener Spektren der extremen Rechten (AfD, Pegida, “Straßen-Nazis”, Hooligans) und das Gewährenlassen der Rechten durch den Staat;
c) als auslösendes Phänomen der “Mord an einem Deutschen durch Geflüchtete”, in dem sich offenbar eine intensive emotionale Lage so sehr reflektiert, dass es unmittelbar packend für eine große Masse ist,
und das zugleich selbst schon ein projektives Phänomen ist;
d) die massenpsychologische Dynamik, in der sich viele gleichzeitig angezogen fühlen und dann als Masse und darum ihrer selbst sicher und enthemmt agieren können.