Faschismustheorie

Meine Arbeit an der Faschismustheorie gilt der systematischen Rekonstruktion der Theorien zum historischen Faschismus für die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen und die rechten Bewegungen der Gegenwart. Das wendet sich gegen die unmittelbare direkte Anwendung einzelner Ansätze oder Begriffe von damals auf heute und versucht, die damaligen Ansätze und damit auch den Faschismus von einer Theorie der gesellschaftlichen Totalität her zu denken. Es schließt die Kritik der damaligen Ansätze ein, wie sie nach teilweise hundertjähriger geschichtlicher Veränderung nötig ist. Im Zentrum meiner Arbeit steht ein kulturtheoretischer Zugang zum Faschismus, nicht um Ökonomie und Politik auszublenden, sondern weil ich mich mit Kultur (damit auch Subjekt und Ideologie) am besten auskenne und Kultur konstitutiv für die Entstehung des Faschismus ist: ohne faschistische Massenbasis keine faschistische Ökonomie und Politik.

Studien zur Faschismustheorie: Antifa-Arbeit, eigene Familiengeschichte, Studium am Fritz-Bauer-Institut vor allem bei Werner Konitzer, Lektüre der Akten aus den Wiedergutmachungsprozessen, Vorträge Heidegger und der Faschismus, Trauma im Alter, Mobilisierung gegen Pegida, Reflexion auf Römer-Tagung, langjähriger Arbeitskreis zur Sozialpsychologie des Autoritarismus

Hier Textveröffentlichungen, zuerst Große Arbeiten zum Thema, dann eine Auswahl weiterer Texte. Vorträge und Seminare zum Thema siehe unter der Rubrik „Seminare, Workshops, Vorträge“.

Große Arbeiten zum Thema

Die Faschisierung des Subjekts. Über die Theorie des autoritären Charakters und Heideggers Philosophie des Todes
Mit einem Vorwort von Micha Brumlik. Mandelbaum Verlag, Wien und Berlin 2021, 2. Auflage 2022.
Eine englische Übersetzung erscheint voraussichtlich Anfang 2027 in der Historical Materialism book series im Brill Verlag. Übersetzung: Nicholas Jones.

Die Gegenwart des faschistischen Subjekts. Autoritarismus – Pseudosozialismus – Eliminatorischer Faschismus
In: Leo Roepert (Hrsg.): Kritische Theorie der extremen Rechten. Analysen im Anschluss an Adorno, Horkheimer und Co, transcript Verlag, Bielefeld 2023, S. 97-142.

Martin Heideggers „Freiheit zum Tode“. Analyse der nationalsozialistischen Subjektivität anhand Martin Heideggers „Sein und Zeit“
In: Fritz-Bauer-Institut (Hrsg.): Jahrbuch 2016 zur Geschichte und Wirkung des Holocaust, Frankfurt a. M. 2016, S. 107-128.

Mit Ilka Quindeau, Erfahrungen jüdischer Antragsteller mit der Entschädigung für Zwangsarbeit, in: Constantin Goschler (Hrsg.): Die Entschädigung von NS-Zwangsarbeit am Anfang des 21. Jahrhunderts, Bd. 2: Transnationale Opferanwaltschaft: das Auszahlungsprogramm und die internationalen Organisationen, Wallstein Verlag, Göttingen und Niedersachs 2012, S. 226-258.

Weitere Texte (Auswahl)

Weder Demokratie noch Faschismus. Die gegenwärtige Rechtsentwicklung lässt sich am besten mit dem Begriff des Autoritarismus fassen. Ein Debattenbeitrag
junge Welt Nr. 172, 28. Juli 2026, S. 12f.

Jenseits des Autoritarismus. Zur Kritik des linken Faschismusbegriffs
In: Widerspruch. Beiträge zu sozialistischer Politik, 2023, 42. Jg., Heft 81, S. 197-206.

Kritik des Antifa-Kongresses in Berlin
emanzipation. Zeitschrift für ökosozialistische Debatte, 22.04.2025

Elemente einer Theorie der Faschisierung. Zur Kritik des linken Faschismusbegriffs
„80 Jahre Nie wieder“, AStA-Zeitung der Universität Frankfurt, 2025.

Fehlt der Linken die Klassenpolitik? Der Aufstieg der Rechten wird oft damit erklärt, die Linke hätte die Politik für die Arbeiterklasse aus den Augen verloren. Ein fataler Irrtum
nd, 29.09.2023.

Nationalsozialistische Subjektivität. Eine Untersuchung von Heideggers „Freiheit zum Tode“
AStA-Zeitung der Goethe-Universität Frankfurt, SoSe 2015.

„Sprich deutsch oder stirb.“ Theaterkritik zu „Adolf Hitler: Mein Kampf“ (Rimini Protokoll)
konkret 10/2015.

Thesen zu Pegida
Flugblatt Mai 2015.

Philosophie und Politik. Untersuchungen zu Martin Heideggers Schwarzen Heften (Bericht über die Tagung, 22.-25. April 2015, Universität Siegen)
Widerspruch. Münchner Zeitschrift für Philosophie 60/2015.

Ein etwas schaler Schluss. Bei der Tagung der Heidegger-Kritiker fehlten Untersuchungen aus ideologiekritischer Perspektive junge Welt, 02.05.2015.

Kulturbewahrung als Kulturzerstörung – Gründe und Ziele der Bücherverbrennungen 1933
kulturkritik.net, 08.05.2009.