Meine Monographie Die Faschisierung des Subjekts (2020) unternimmt eine systematische Rekonstruktion der Theorien des historischen Faschismus vor (Vorwort von Micha Brumlik, wird derzeit ins Englische übersetzt). Mein Aufsatz „Die Gegenwart des faschistischen Subjekts“ (2023, Open Access) bezieht die dort entwickelten Kategorien auf die Gegenwart.
Die derzeitigen alarmistischen Faschismusdiagnosen führen zu unangemessen antifaschistischen Strategien, die gescheitert sind: Sie konnten den Aufstieg der AfD nicht verhindern. Meine Kritik an der linken Faschismusdebatte stellte ich 2025/26 in einigen Vorträgen zur Diskussion; siehe die Videoaufzeichnung der Podiumsdiskussion „Wird das 21. Jahrhundert das Zeitalter des Faschismus?“ vom Juli 2025 in Chemnitz und mein Debattenbeitrag in der jungen welt (Juli 2026, ausführlicher Aufsatz ist im Erscheinen). Dort lege ich auch meine Einschätzung des derzeitigen Rechtsrucks dar.
Ausgehend von meinem theoretischen Texten arbeite ich seit mehreren Jahren an einer antifaschistischen Strategie. Eine solche müsste, um tragfähig zu sein, kulturrevolutionäre und kapitalismuskritische Ansätze verbinden – solche eine Strategie fehlt heute. Ein Abstract des Projekts findet sich hier. Gerne sende ich auf Anfrage ein vorläufiges Papier zu. Um dieses Papier für die Veröffentlichung ausarbeiten zu können, bräuchte ich allerdings eine Finanzierung.
Abgesehen von der Antifa-Arbeit kann ich mich auf Studium und Hilfstätigkeit am Fritz-Bauer-Institut (Institut zur Holocaustforschung) und die Mitarbeit am Forschungsprojekt Trauma im Alter – Kindheit im Nationalsozialismus (geleitet von Ilka Quindeau, Frankfurt University for Applied Sciences) stützen. An der Goethe-Universität Frankfurt konnte ich mich intensiv mit der Faschismustheorie der kritischen Theorie auseinandersetzen. Die Perspektive der kulturrevolutionären Faschismustheorien von 1968 vermittelte mir vor allem Wolfram Pfreundschuh in München (u. a. Wilhelm Reich). Im Rahmen meiner Magister-Abschlussarbeit befasste ich mich intensiv mit faschistischer Philosophie, insbesondere Heidegger und der faschistischen Nietzsche-Rezeption. An der Frankfurt University for Applied Sciences unterrichtete ich mehrere Jahre psychoanalytische Autoritarismustheorie.
Meine Arbeit an der Faschismustheorie zielt darauf, den Faschismus von einer Theorie der kapitalistischen Gesellschaft insgesamt her zu denken (die freilich für die Gegenwart erst neu zu rekonstruieren wäre), und stellt dabei die Kultur ins Zentrum. Nicht, um Ökonomie und Politik auszublenden, sondern weil die Kultur (damit auch Subjekt und Ideologie) konstitutiv für die Entstehung des Faschismus ist: Es ist die alte Frage nach der Massenbasis des Faschismus.
Publikationen zur Faschismustheorie
Journalistische Publikationen zum Thema siehe die ausführliche Publikationsübersicht. Vorträge, Seminare und Workshops zum Thema siehe in dieser Liste. Siehe außerdem meine Blogbeiträge zum Thema.
Weder Demokratie noch Faschismus. Die gegenwärtige Rechtsentwicklung lässt sich am besten mit dem Begriff des Autoritarismus fassen. Ein Debattenbeitrag
junge Welt Nr. 172, 28. Juli 2026, S. 12f.
Die Gegenwart des faschistischen Subjekts. Autoritarismus – Pseudosozialismus – Eliminatorischer Faschismus
In: Leo Roepert (Hrsg.): Kritische Theorie der extremen Rechten. Analysen im Anschluss an Adorno, Horkheimer und Co, transcript Verlag, Bielefeld 2023, S. 97-142.
Jenseits des Autoritarismus. Zur Kritik des linken Faschismusbegriffs
In: Widerspruch. Beiträge zu sozialistischer Politik, 2023, 42. Jg., Heft 81, S. 197-206.
Die Faschisierung des Subjekts. Über die Theorie des autoritären Charakters und Heideggers Philosophie des Todes
Mit einem Vorwort von Micha Brumlik. Mandelbaum Verlag, Wien und Berlin 2021, 2. Auflage 2022.
Eine englische Übersetzung erscheint voraussichtlich Anfang 2027 in der Historical Materialism book series im Brill Verlag. Übersetzung: Nicholas Jones.
Martin Heideggers „Freiheit zum Tode“. Analyse der nationalsozialistischen Subjektivität anhand Martin Heideggers „Sein und Zeit“
In: Fritz-Bauer-Institut (Hrsg.): Jahrbuch 2016 zur Geschichte und Wirkung des Holocaust, Frankfurt a. M. 2016, S. 107-128.
Beitrag in: Ilka Quindeau: Erfahrungen jüdischer Antragsteller mit der Entschädigung für Zwangsarbeit, in: Constantin Goschler (Hrsg.): Die Entschädigung von NS-Zwangsarbeit am Anfang des 21. Jahrhunderts, Bd. 2: Transnationale Opferanwaltschaft: das Auszahlungsprogramm und die internationalen Organisationen, Wallstein Verlag, Göttingen und Niedersachs 2012, S. 226-258.