Die gestrige Buchvorstellung im IZ Frankfurt

Vielen Dank an alle, die gestern da waren, für die tolle Veranstaltung und die intensive Diskussion! Es war großartig und hat mir sehr Spaß gemacht. Besonderen Dank an die Gruppe Aurora und die Gegenbuchmasse, die die Veranstaltung ermöglicht haben.
(Und auch wenn man es den Fotos nicht ansieht, der Raum war voll mit über 50 Gästen, so dass mich das große Interesse wirklich sehr gefreut hat.)

Skizze einer radikalen Ästhetik der Gegenwart

Das „Ideal“ einer Ästhetik, die radikal zeitgemäß ist, und die kompromisslos das „Sein“ oder die Stimmung, Erfahrungsweise, „Totalität“, „Identität“ dieser unserer Zeit aufzeigt, – und die sich zwar nicht anbiedert oder auf Massenerfolg abzielt, aber von uns [oder bestimmten revolutionären Teilen der Gesellschaft] unmittelbar als geil/Erlebnis/genau treffend/notwendig/schlagend erfahren wird, ist eine Kunst, …

… ist eine Kunst, die radikal entnüchtert ist, die Gewalt und Zwangserfahrung unmittelbar darstellt (und nicht als Action-Movie oder Splatter, sondern die Gewalt in ihrer Härte und Wirklichkeit), die die Kaputtheit der Gegenwart darstellt, die negativ ist, die abgeklärt das heißt ohne auf eine Versöhnung zu zielen die konkrete Entfremdung in ihrer Beschissenheit darstellt, die daher auch nicht „irgendwohin will“, irgendeine Utopie dagegenstellt (es sei denn als die praktische Tätigkeit, in den Verstrickungen und Zwangszusammenhängen konkret sich zu widersetzen, konkret sich zusammenzutun, konkret zu kämpfen, und auch hier wieder abgeklärt und ohne auf ein Einlenken/Verständnis/Versöhnung der Herrschenden zu rechnen).

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Kapitalismus und Natur

Es gibt in den Naturwissenschaften einige sehr deutliche Phänomene, denen es “auf der Stirn geschrieben steht”, dass sie aus der kapitalistischen Gesellschaft kommen: das survival of the fittest, die Objektivierung/Abstraktifizierung des menschlichen Körpers in der Medizin oder die Objektivierung der “Umwelt” im Gegensatz zum Menschen. Das Interessante ist hierbei, dass in der Naturwissenschaft diese Objekte als “empirisch messbar” erscheinen, d. h. man kann gemäß der Naturwissenschaft das survival of the fittest “empirisch beweisen”.

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Kommentar zu Axel Honneths Benjamin-Lectures 2021: „Der arbeitende Souverän“

Wie können die heutigen Arbeitsverhältnisse, die zu lange nicht mehr gekannter Verelendung und Entfremdung führen, angemessen und zielführend kritisiert werden? Wie können die Kämpfe um Veränderung geführt werden?

Diesen Fragen stellte sich Axel Honneth in seiner Vorlesung „Der arbeitende Souverän. Eine demokratische Theorie der Arbeitsteilung“, der damit in diesem Jahr die Walter-Benjamin-Lectures übernahm. Die sehr gut besuchte Vortragsreihe unter freiem Himmel im Freiluftkino Hasenheide war zweifellos einer der zentralen Events des sich für Kritische Theorie und Sozialismus interessierenden akademischen Publikums. Honneth verfolgte darin in hochspannenden Analysen eine philosophische Perspektive, die sich sensibel den Lebensverhältnissen der Arbeitenden zuwendet und deren Stoßrichtung von hoher politischer Wichtigkeit ist.

Honneth nötigt mich, eben weil seine Vorträge so lehrreich und inspirierend waren, – und auch weil er zu den wichtigsten Philosophen der Gegenwart gehört, zum Widerspruch. Im Folgenden versuche ich daher herauszufinden, wie seinen Ausführungen argumentativ entgegnet werden kann.

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Bemerkungen zu Identität, Selbstwert, Selbstgefühl

Ich versuche hier die Richtung einer materialistischen Kritik von Identität, Selbst und Selbstwert zu entwickeln. Ich begreife diese Phänomene als gesellschaftlich bedingte, entfremdete Formen des Selbstbewusstseins. Identität, Selbst und Selbstwert prägen unser Leben und unseren Alltag ständig, in jeder Beziehung und in jedem Kontext. Es sind zutiefst widersprüchliche, hinterhältige und privategoistische Formen. Während die Phänomene affirmativ immer idealistisch als “wir selbst”, “Ehrenpunkt des Menschen” und so hingestellt werden, versuche ich eine materialistische Perspektive einzuschlagen, die diese Phänomene auf Arbeit, individuelle Geschichte (Biographie), natürliche Voraussetzungen und Interaktionen bezieht.

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Skizze einer kulturkritischen marxistischen Lektüre des Anti-Ödipus

Ich versuche hier eine kulturkritische marxistische Lektüre des Anti-Ödipus auszuarbeiten. Zusammengefasst kann man sehr viel von der Kulturkritik des Anti-Ödipus lernen und sich von ihren antiautoritären Emanzipationsideen inspirieren lassen, muss sich dafür aber mit ziemlich grundlegenden Problemen auseinandersetzen, aufgrund derer der Anti-Ödipus praktisch – obwohl er in seinem Selbstverständnis marxistisch und revolutionär ist – bloß auf beschränkte Emanzipationen in finanziell abgesicherten kulturellen Nischen hinausläuft.

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Marx’ Kritik der Philosophie in den “Pariser Manuskripten”

Es war eine Unmenge Arbeit, und jetzt bin ich ein bisschen stolz, dass endlich mein Aufsatz heraus ist:

Marx’ Kritik der Philosophie in den “Pariser Manuskripten”

An dem Projekt habe ich seit meinem ersten Theorie-Vortrag im Jahr 2008 immer wieder gearbeitet und jetzt bin ich an dem Punkt zu sagen, ich habe den Text von Marx geknackt. Der Aufsatz ist erschienen im Sammelband “Auf den Schultern von Marx”, der hier heruntergeladen werden kann: https://www.rosalux.de/publikation/id/43589.

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